"DIE BILDER TUN WAS MIT MIR..."

Einblicke in die Sammlung
25. März – 20. Juni 2010

Der Titel „Die Bilder tun was mit mir…“ geht auf ein Zitat des Sammlers Frieder Burda zurück, das für seine Leidenschaft für die Kunst und seine intuitive Herangehensweise beim Aufbau der Sammlung steht. In der aktuellen Ausstellung mit über 100 Arbeiten aus der Sammlung wird ein sehr persönlicher Einblick in die Entwicklung und den Aufbau der Sammlung gegeben. Hierbei werden auch wichtige Neuerwerbungen der vergangenen Jahre präsentiert.

Die Sammlung Frieder Burda umfasst heute rund 850 Werke mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und ist so vielfältig, dass ganz verschiedene Einblicke jeweils zu ganz neuen Erkenntnissen und Sichtschneisen führen. Frühere Ausstellungen haben Schwerpunkte der Sammlung gezeigt, unter anderem Gerhard Richter, Sigmar Polke, Georg Baselitz oder die Amerikanische Malerei. Diesmal jedoch wird der Akzent auf die emotionalen Ausdrucksqualitäten der Werke in neuen, spezifischen Dialogsituationen gesetzt. Die von der Kunsthistorikerin Patricia Kamp in Zusammenarbeit mit dem international renommierten Kunstkenner Jean-Christophe Ammann kuratierte Ausstellung geht Risiken ein, indem mutig Werke in Verbindung gebracht werden, die sowohl das qualitative Potential der Sammlung hervorheben, als auch die Bereitschaft der Werke, auf einander einzugehen.

Was die beiden Kuratoren erarbeitet haben, ist ein Bekenntnis zur Dialogfähigkeit der Bilder. Vor allem aber nehmen sie die Vision des Sammlers auf, dass nicht nur die Bilder etwas mit dem Sammler tun, sondern dass die Bilder auch untereinander etwas miteinander zu tun haben. In dem Moment, wo spürbar wird, dass sich die Bilder an ihren Nachbarschaften freuen, überträgt sich diese Energie auch auf die Wahrnehmung des Betrachters.

 

LICHT- UND RAUMINSTALLATIONEN

Unter den jungen Künstlern setzt Anton Henning einen Schwerpunkt. Der Künstler schafft für die Ausstellung eine vor Ort inszenierte Raumsituation mit seinen Werken aus der Sammlung. Der Bulgare Nedko Solakov, der in der Sammlung mit Arbeiten auf Papier vertreten ist, erzählt eine Geschichte durch die Räume hindurch an den Wänden des Museums. Seine temporären Interventionen im Ausstellungsraum amüsieren nicht nur, sondern regen auch oft zum Nachdenken an. In der Installation des amerikanischen Lichtkünstlers James Turrell betritt der Besucher einen Raum erfüllt von einem geheimnisvollen wie auch sublim wirkenden Licht, welches die Wahrnehmung von Fläche, Farbe und Raum neu entdecken lässt. Das intensive Erfahren des Lichtes ist nicht nur eine Erkenntnis des Lichtes schlechthin, sondern auch eine Poetik.

Am Herzen lag den Kuratoren auch, im begleitenden Katalog die Ausstellung in einer Form zu dokumentieren, die dem Besucher die Möglichkeit gibt, im Nachhinein die Abfolge der Werke bildhaft nachzuvollziehen. Darin erscheint auch ein ausführliches Gespräch zwischen Frieder Burda, Patricia Kamp und Jean-Christophe Ammann. In dem Gespräch erläutert der Sammler sein intuitives Vorgehen, das darin besteht, jene Werke auszuwählen, die in der Tat etwas mit ihm tun.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hatje Cantz Verlag,

112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen