I FEEL THE EARTH WHISPER

BIANCA BONDI, JULIAN CHARRIÈRE, SAM FALLS UND ERNESTO NETO
15. JUNI  - 03. NOVEMBER 2024
 

In einer Welt, die sich angesichts des Klimawandels rasant verändert, lädt die Ausstellung "I Feel the Earth Whisper" im Museum Frieder Burda zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der fragilen Schönheit der natürlichen Welt und unserer tiefgreifenden Verbundenheit mit ihr ein. Mit Installationen von Bianca Bondi, Julian Charrière, Sam Falls und Ernesto Neto, die Skulptur, Malerei, Video und Fotografie umfassen, lädt die von Patricia Kamp und Jérôme Sans kuratierte Ausstellung dazu ein, unsere Verbindungen zu den Wäldern und einzigartigen Ökosystemen des Planeten neu zu ergründen und unsere historisch verankerte Rolle als Bewahrer dieser pulsierenden Lebensräume wiederzubeleben. Auf einzigartige Weise miteinander verbunden, eröffnen die teils monumentalen Werke dieser Künstler*innen einerseits den Blick nach draußen in die Natur, zugleich holen sie die natürliche Welt nach innen und schaffen Räume, die die Verbindungen und Zusammenhänge mit den "mehr-als-menschlichen" Kräften, Zyklen und Prozessen der natürlichen und kosmischen Welt erfahrbar machen. In einer vielschichtigen Verflechtung von Mythologie, Kosmologie und Ökologie regt die Ausstellung die Besucher dazu an, die vielstimmigen Klänge der Natur mit allen Sinnen neu zu erfahren.

Bianca Bondi, Scrying in Astral Ponds

Bianca Bondi, Scrying in Astral Ponds, 2023. Photo: Maru Serrano

Julian Charrière, Western Andean Cloud Forest

Julian Charrière, Western Andean Cloud Forest, Ecuador, 2024 © Julian Charrière, VG Bild-Kunst, Bonn 2024


Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums würdigt das Museum Frieder Burda mit der Ausstellung "I Feel the Earth Whisper" den visionären Geist und das bleibende Vermächtnis seines Gründers Frieder Burda. Verbunden mit den größten Denkern und Schöpfern seiner Generation, baute der deutsche Sammler sein Museum in menschlichem Maßstab. Das von Richard Meier entworfene und in den malerischen Park Lichtentaler Allee, einem UNESCO-Weltkulturerbe in Baden-Baden, eingebettete Museum schafft mit seinen lichtdurchfluteten Räumen eine harmonische Symbiose zwischen Kunst, Architektur und der eindrucksvollen, zum Verweilen und Nachsinnen anregenden natürlichen Umgebung. Das Zusammenspiel von Licht und Natur innerhalb der Museumsarchitektur verwischt die Grenzen zwischen Außen- und Innenraum und schafft eine dynamische, immersive Umgebung, die die traditionelle Ästhetik des White Cube-Museums herausfordert. In der Nähe der Grenzen zu Frankreich und der Schweiz gelegen, befindet sich das Museum im geheimnisumwobenen Schwarzwald, einer Region mit Legenden und spiritueller Resonanz. Ausgehend von der besonderen Historie und Verortung des Museums in Baden-Baden, einer Stadt, die ob ihrer mineralstoffreichen Thermalquellen und historischen Kuranlagen im Zeichen der Heilung und Verjüngung steht - ergründet die Schau den Gedanken der Heilung auf mehreren Ebenen: der physischen, psychischen und ökologischen. Dabei thematisiert sie die Reziprozität - die wechselseitige Abhängigkeit und notwendige Fürsorge zwischen Mensch und Natur - und regt zu einem respektvollen, verantwortungsvollen Verhältnis zur Mitwelt an.

Sam Falls, Charon

Sam Falls, Charon, 2022. Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber, Zurich / Vienna © Sam Falls; Photo: Jorit Aust

Ernesto Neto, earthtreelifelove

Ernesto Neto, earthtreelifelove, 2022. Courtesy the artist and Tanya Bonakdar Gallery © Ernesto Neto; Photo: Dan Bradica


Ein umfangreiches Begleitprogramm erweitert den Museumsraum und die konventionelle Ausstellungspraxis und lädt Sie ein, Natur und Gemeinschaft, Körper und Geist auf neue Weise zu erfahren.

Unser Medienpartner:

Podcast

Experimentell und lebendig: Die radikale Versuchsanordnung der Ausstellung spiegelt sich auch im Audioguide der Ausstellung „Transformers“ wider. In vier intensiven Gesprächen thematisiert der Kurator der Ausstellung, Udo Kittelmann, Aspekte und Fragestellungen zur künstlichen Intelligenz. Lassen Sie sich von den anregenden Gesprächen inspirieren – die zum Teil überraschende Gedanken zu einem „Was-wäre-wenn“ einer radikal veränderten Zukunft durchspielen.
Louisa Clement (*1987 in Bonn) schloss 2015 ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf ab. Wird die Maschine zum Doppelgänger?: Im Gespräch zwischen Udo Kittelmann und Louisa Clement geht es um den digitalen Fußabdruck und lernfähige KI, digitale Vernetzung und Isolierung sowie das faszinierende und zugleich verstörende Ebenbild in dreidimensionaler Form.
Annemie Vanackere ist eine belgische Festivalkuratorin und Theaterleiterin. Seit 2012 leitet sie als Intendantin und Geschäftsführerin das Theater Hebbel am Ufer in Berlin. Im Austausch zwischen Kurator und Theaterintendantin geht es um die Technologisierung und Digitalisierung im Leben und dessen Bedeutung für die performativen Künste, um multiple Intelligenzen und Empathie.
Dr. Clara Meister arbeitet international als Kuratorin. Der Schwerpunkt ihrer kuratorischen Arbeit liegt auf dem Thema der Übersetzung, Sprache und Musik. Im Gespräch erörtern Udo Kittelmann und Clara Meister die Beziehung von Technik und Natur, sie hinterfragen den technischen Fortschritt und sprechen sich für mehr Raum für pflanzliche und andere nicht humane Intelligenzen im Umgang mit technischem Fortschritt aus.
„Warum ist der Mensch sich selbst nicht genug?“ Alice Lagaay ist eine Philosophin, die aktiv an der Entstehung des interdisziplinären Forschungsfeldes der Performance Philosophie beteiligt ist. Im Gespräch zur animatronischen Skulptur „Female Figure“ von Jordan Wolfson werden Fragen der technischen Manipulation des Selbst, der Faszination und Überwältigung des Maschinellen, aber auch der misogynen Aspekte des Werkes erörtert.



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