Richard Meier & die Architektur des Hauses






Mit dem Bau des Museum Frieder Burda im Jahr 2004 schuf der New Yorker Architekt Richard Meier direkt an der üppig bewachsenen Lichtentaler Allee eine einzigartige lichtdurchflutete Architektur, bei der Innen- und Außenraum, moderne Kunst und romantische Parklandschaft in einen ständigen Dialog treten. Die Proportionen des Museums sind im Einklang mit dem benachbarten neo-klassizistischen Gebäude der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, mit dem es über eine gläserne Brücke verbunden ist. Mit rund 1.000 m² Ausstellungsfläche hat Richard Meier einen lichten, offenen Bau mit zwei großen Sälen, zwei Kabinetten und einem Souterrain entworfen. Konzipiert als Tageslichtmuseum entfaltet die Architektur vor allem im Inneren ihre einzigartige Qualität: Die gefiltert einfallende Helligkeit sorgt für eine variantenreiche, sich nach Tages- und Jahreszeiten wandelnde Beleuchtung der Kunst. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich auf einer Rampe durch eine offene Folge von Räumen. Immer wieder sorgen Glasflächen für Ausblicke in den umgebenden Landschaftsgarten.

Richard Meier, geboren 1934 in Newark, New Jersey, studierte Architektur an der Cornell University in Ithaka, New York. 1963 machte er sich mit einem eigenen Büro in New York selbständig. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten realisierte er bedeutende öffentliche Bauprojekte wie Gerichtsgebäude und Stadthallen in den Vereinigten Staaten und Europa, sowie Museen, Firmensitze, Wohnungen und Privathäuser.
Zu seinen bekanntesten Projekten zählen das Getty Center in Los Angeles, das High Museum of Art in Atlanta, das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, die Zentrale von Canal Plus Télévision in Paris, das Museum für zeitgenössische Kunst in Barcelona und das Atheneum in New Harmony, Indiana. Weitere von Richard Meier & Partners Architects fertig gestellten Projekte sind die Stadthalle und Zentralbibliothek in Den Haag, das Museum für Radio und Fernsehen in Beverly Hills, Kalifornien, das Stadthaus Ulm und das SiemensForum in München.
Meier nahm Lehraufträge an den Universitäten Cooper Union, Princeton, Pratt Institute, Harvard, Yale, UCLA und an der Cornell University wahr.
1984 wurde Richard Meier mit dem Pritzker Preis für Architektur ausgezeichnet, der als höchste Ehrung auf diesem Gebiet gilt. 1989 erhielt Richard Meier die Goldmedaille des Königlichen Instituts Britischer Architekten. 1992 ehrte ihn der französische Staat mit dem Titel “Commandeur dans l’ordre des Arts et des Lettres“, und 1995 wurde er zum Mitglied der Amerikanischen Akademie der Künste und Wissenschaften gewählt. 1997 erhielt Richard Meier die AIA (American Institute of Architects) Goldmedaille, die höchste Auszeichnung des Instituts Amerikanischer Architekten und im selben Jahr das Praemium Imperiale des japanischen Staates als Anerkennung für sein künstlerisches Lebenswerk. Zahlreiche weitere Ehrungen, Preise und akademische Ehrengrade wurden ihm zuteil.

Daten & Fakten zum Bau des Hauses
VERANTWORTLICHE
Bauherr: Stiftung Frieder Burda
Architekturbüro: Richard Meier & Partners Architects LLP, New York
Beauftragter Architekt: Richard Meier
Design Partner: Bernhard Karpf
Projektarchitekt: Stefan Scheiber
Örtliche Bauleitung: Dipl.-Ing. Peter W. Kruse, Baden-Baden
PROJEKTDATEN
Grundstücksfläche: 3.642 m²
Bebaute Grundstücksfläche: 2.220 m²
Bruttogrundrissfläche: 4.103 m²
Bruttorauminhalt: 23.300 m³
ZEITTAFEL
3. Juli 2001: Beauftragung des Architekturbüros Richard Meier & Partners Architects LLP
2001-2002: Planungsphase
27. April 2002: Einreichung des Bauantrags
1. Juli 2002: Baugenehmigung
26. September 2002: Erster Spatenstich
10. Oktober 2003: Richtfest
September 2004: Fertigstellung
22. Oktober 2004: Eröffnung
Villa im Park
Von Anfang an war das Museum Frieder Burda architektonisch als eine Villa im Park geplant. Entsprechend spektakulär ist die harmonische Einbindung des Gebäudes in die historische Parklandschaft entlang der Lichtentaler Allee. Die weltberühmte Anlage geht auf das Jahr 1655 zurück, als vor dem historischen Theater eine erste Eichenallee gepflanzt worden ist. Ihre heutige Form als 3,5-Kilometer lange Flaniermeile in üppiger Blumen- und Blütenpracht erhielt die Lichtentaler Allee zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Für Kunstfreunde lässt sich ein Besuch im Museum Frieder Burda somit auch immer mit purem Naturgenuss verbinden – und besticht als Denkmal der Gartenkunst zu jeder Jahreszeit.


