Abstrakter Expressionismus

Werke deutscher Expressionisten prägten die Kindheit Frieder Burdas und bilden einen Grundstock der Sammlung. Ein Amerikaaufenthalt in den 1970er Jahren weckte hingegen sein Interesse für die abstrakten Expressionisten Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Clyfford Still, die einen weiteren Sammlungsschwerpunkt bilden. Diese jungen Amerikaner entwickelten im New York der Mittvierziger und frühen 50er Jahre, zunächst anknüpfend an europäische Traditionen, neue Bildkonzeptionen: Ziel war es, den Betrachter durch emotionale - und nicht intellektuelle oder erzählerische - Beteiligung ins Bildgeschehen zu involvieren.

Dafür musste der Bildinhalt abstrakt gefasst werden und mussten sich die Formate in mächtige Dimensionen entwickeln. Wie der Expressionismus der Klassischen Moderne, so wollte auch der Amerikanische Abstrakte Expressionismus der Nachkriegszeit Maltraditionen über Bord werfen, um der Malerei bisher unbekannte Ausdrucksfreiräume zu eröffnen; die Abstrakten Expressionisten schlugen mit ihren gestischen und farbchromatischen Abstraktionen nicht nur ein neues Kapitel ungegenständlicher Malerei auf, sondern schufen auch eine genuin amerikanische Kunsttradition. 

Die Begeisterung Frieder Burdas für amerikanische Künstler hielt in den folgenden Jahren an und wurde durch den Ankauf von Arbeiten von Künstlern wie Andy Warhol, John Chamberlain, Robert Rauschenberg, William N. Copley, Malcolm Morley, Alex Katz und Richard Estes vertieft.

KÜNSTLER