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Andreas Gursky, Pyongyang I, 2007. C-Print, 307 x 215,5 x 6,2 cm. © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2015, Courtesy Sprüth Magers Berlin London















Gerhard Richter, Abstraktes Bild (648-2), 1987, Musée d'art moderne de la Ville de Paris.

© Gerhard Richter, 2015


AUSSTELLUNGSPROGRAMM

Mai 2015 – Mai 2016

 

Unseren aktuellen Vorschauflyer finden Sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

ANDREAS GURSKY

3. Oktober 2015 – 24. Januar 2016

 

Er gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler: der Düsseldorfer Fotograf Andreas Gursky (geb. 1955 in Leipzig). Sachlich und präzise fängt er die Brennpunkte der modernen Lebenswelten und der globalen Realität ein. Jede Gesamtkomposition ist ein technisches und bildnerisches Meisterwerk und längst im kollektiven Bildgedächtnis der Kunstwelt eingeschrieben.

Die digitale Bildbearbeitung und das extreme Großformat sind neben der dezidierten Farbfotografie seine charakteristischen Ausdrucksmittel. Gurskys Werke sind dabei auch immer bildhaft gewordene Zeugen seiner über Jahrzehnte fortgesetzten Reisen um die Erde. Hinter seinen Bildern verbirgt sich somit auch eine imaginäre Landkarte, die die Reiserouten des Künstlers nachzeichnet. Kaum ein Künstler unserer Zeit hat eine derartig konsequente Reisetätigkeit verfolgt, und es erweist sich zunehmend, dass Gursky schon immer eine genaue Schilderung der Welt, ihrer Konstruktion und Verfassung, im Auge hatte. Immer sind seine Bilder Reflexionen über die äußere und die innere Erscheinung der Welt. Die augenscheinliche Schönheit und Perfektion seiner Bilder täuscht, verbirgt sich doch erst hinter ihnen, sozusagen nach einer ersten Inaugenscheinnahme, der reiche Gedankenraum des Gezeigten. Gurskys Bilder verführen durch das Gezeigte, ihnen ist aber gleichzeitig die beharrliche Aufforderung mitgegeben, über den Grund der Bilder nachzudenken.

Von antiken Stätten über aktuelle Schauplätze gesellschaftlicher und politischer Brennpunkte bis hin zu fiktiv arrangierten Phantasiewelten: Stets erweisen sich Andreas Gurskys Bilder als subtile Betrachtungen über den Zustand unserer globalisierten Welt. Kairo und die Cheops-Pyramide, Prada-Shops und Toys“R“Us, Produktionsbetriebe und Müllhalden, Massenspektakel im nordkoreanischen Pjöngjang oder anlässlich von Kirchentagen, das subversive Aufzeigen von Machtstrukturen und globalen Weltordnungen, die international agierenden Börsen, Museen als Orte vermeintlicher Besinnung und Comic-Helden zur Vorstellung zukünftiger Welten – all dies gehört zum Repertoire seiner Bildkompositionen.

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entsteht, ermöglicht, den faszinierenden Bildkosmos von Gursky in einer Art Überblicksausstellung aufs Neue zu erfahren. Das strikte „Eingebunden-sein“ dieser Bilder, die unsere Vorstellungen und Imaginationen von Welt bedienen, kann dabei hinterfragt und erforscht werden. Die von Udo Kittelmann für das Museum Frieder Burda kuratierte Ausstellung spannt den Bogen von den älteren ikonischen Werken Andreas Gurskys bis hin zu seinen jüngsten und aktuellen Bilderfindungen. Dem Besucher eröffnet sich mit dieser Präsentation ein bilderreiches Panorama, das einerseits unsere komplexe Wirklichkeit präzise analysiert und anderseits eine große Lust am Sehen und Entdecken von Bildern formuliert.

Die bei Steidl zur Ausstellung erscheinende Publikation thematisiert die für die Ausstellung in Baden-Baden getroffene Bildauswahl und deren künstlerischen und kuratorischen Ansatz an beispielhaften Dialogen von Bild und Text. Das den Bildern von Gursky immanente Moment zur Konstruktion und Rekonstruktion von Wirklichkeit erfährt im Katalog eine dialogische Entsprechung durch die vom Kurator der Ausstellung vorgenommene Auswahl an redaktionellen Texten aus der nationalen und internationalen Tagespresse.

DIE GROSSE ABSTRAKTION

6. Februar – 29. Mai 2016

 

Im Zentrum der Ausstellung stehen abstrakte Werke von Gerhard Richter, darunter so bekannte Arbeiten wie „10 Farbtafeln“, „Wellblech“, Vorhang“ und „Sternbild“. Höhepunkt der Ausstellung bildet Richters Gruppe von vier „Abstrakten Bildern (WZ 937 1-4)“, die erst 2014 entstanden ist und auf Fotografien zurückgeht, welche 1944 im Konzentrationslager Birkenau aufgenommen wurden.

 

Der Ausgangspunkt der malerischen Strategie von Gerhard Richter wird im Kontext von Werken weiterer bekannter Künstler verdeutlicht. Diese kommen zum Großteil aus dem Umfeld der Galerie Konrad Fischer, mit der Richter in den 1960er Jahren im lebhaften Austausch stand. So zeigt die Ausstellung abstrakte Meisterwerke von Carl Andre, Sol LeWitt, Blinky Palermo oder Sigmar Polke. Aber auch Gotthard Graubner, Clyfford Still, Willem de Kooning u. a. beleuchten das hohe Potential der Abstraktion als Möglichkeit des Bildes.

 

Die Auswahl der Werke geht der Frage nach, wie zeitgenössische Künstler mithilfe der Abstraktion künstlerische Ideen umsetzen und gerade durch die Abstraktion in der Lage sind, das „Unbeschreibliche“ festzuhalten oder das „Nichtdarstellbare“ abzubilden. Ebenso thematisiert die Ausstellung unsere Wahrnehmung und unsere Emotionen, die jenseits einer Darstellung real existierender Objekte allein durch Formen und Farben ausgelöst werden.

 

Viele der schönsten und ergreifendsten Schöpfungen der Malerei im 20. Jahrhundert bewegen sich in einer Abstraktion, mit der sie unsere „Welt“ darstellen. Der Titel „Die Große Abstraktion“ geht auf Wassily Kandinsky zurück, der damit eine Darstellungsform meinte, die der Musik am nächsten ist und im Unterschied zur „Großen Realistik“ steht.

 

Leihgaben aus internationalen Sammlungen und Museen ergänzen die Exponate aus der Sammlung Frieder Burda.