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Arnulf Rainer, Ohne Titel, 1988






Georg Baselitz, Lesende Mutter, 1998








Heinz Mack, Radiales Relief, 1968









Andreas Gursky, Pyongyang I, 2007. C-Print, 307 x 215,5 x 6,2 cm. © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2015, Courtesy Sprüth Magers Berlin London

ARNULF RAINER

28. Februar 2015 - 3. Mai 2015

 

Seine in den 1950er Jahren entwickelten expressiven Übermalungen haben den 1929 in Baden bei Wien geborenen Künstler Arnulf Rainer weltweit bekannt gemacht. In Kooperation mit der Albertina in Wien würdigt das Museum Frieder Burda den international renommierten Künstler anlässlich seines 85. Geburtstages mit einer umfassenden Retrospektive, in der wesentliche Stationen seines komplexen Schaffens mit Schlüsselwerken präsentiert werden. Rainers intensive Suche nach neuen künstlerischen Wegen wie auch seine faszinierenden Strategien und seine experimentelle Vorgehensweise machen ihn zu einem der einflussreichsten Künstler der Gegenwart.

Neben Arbeiten aus dem umfangreichen Konvolut des Künstlers in der Sammlung Frieder Burda umfasst die Ausstellung Werke, die von internationalen Museen und privaten Leihgebern zur Verfügung gestellt werden. Der Bogen spannt sich vom Frühwerk mit den Zentralgestaltungen, Übermalungen und Kruzifikationen über die Selbstdarstellungen der Face Farces und Body Poses und deren Überarbeitungen bis hin zu den Totenmasken und Schleierbildern. Zudem werden jüngst entstandene Werke präsentiert.

GEORG BASELITZ

WERKE AUS DER SAMMLUNG FRIEDER BURDA
28. Februar 2015 - 3. Mai 2015

 

Parallel zur großen Arnulf Rainer-Retrospektive werden die Arbeiten von Georg Baselitz aus der Sammlung Frieder Burda präsentiert. Dies ermöglicht dem Besucher, thematische und methodische Gemeinsamkeiten im Werk der beiden Künstler zu entdecken. Baselitz, einer der einflussreichsten Künstler unserer Zeit, dessen Virtuosität und Produktivität immer wieder aufs Neue begeistern, ist in der Sammlung mit vierzehn Gemälden und zwei Skulpturen vertreten, anhand derer sich seine Entwicklung seit 1963 gut aufzeigen lässt.

Baselitz wehrte sich bereits in den 1960er Jahren gegen das herrschende akademische Dogma einer gegenstandslosen Kunst. In seinen wuchtigen, expressiven Heldenbildern reflektierte der Künstler Mitte der 1960er Jahre sowohl über seinen inneren Gefühlszustand wie auch über die allgemeinere Verortung der Nachkriegsgeneration. Ende der 1960er Jahre rückten zunehmend formale Aspekte in den Vordergrund seiner Malerei und das künstlerische Ausloten von Farb- und Formgebung führten zu den Frakturbildern, in denen die Motive zerschnitten, zerteilt und neu komponiert wurden.

Ab 1969 stellte Baselitz den Bildinhalt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf. Die Wahrnehmung wird dadurch vom Abbild abgelenkt und verstärkt auf die formale und farbliche Gestaltung der Bildfläche gerichtet. Nicht so sehr was gezeigt wird, sondern vielmehr wie der Künstler sich im Medium der Malerei auszudrücken versteht, macht die Gemälde von Baselitz zu besonderen Seherfahrungen. Diesen kraftvollen Arbeiten folgte in den 1990er Jahren eine neue Ausdrucksweise, es entstanden Werke von lichter Farbigkeit und ungewohnter Leichtigkeit. Ab 2005 griff der Künstler in der Serie der Remix-Bilder, die von einer neuen Leuchtkraft der Farben geprägt ist, auf wichtige Motive seiner künstlerischen Entwicklung zurück und unterzog sie einer virtuosen Neuinterpretation.

HEINZ MACK. LICHT SCHATTEN

16. Mai – 20. September 2015

 

Die große Sommerausstellung 2015 zeigt die Reliefs von Heinz Mack (*1931), die zentral für sein plastisch-bildnerisches Werk stehen. Mack gründete 1958 mit Otto Piene die Gruppe ZERO, der sich wenig später Günther Uecker anschloss; er nahm mehrfach an der documenta teil und vertrat unter anderem 1970 Deutschland auf der Biennale in Venedig. Zentrales künstlerisches Motiv seines vielschichtigen Werks ist die Darstellung von Licht in seinen unterschiedlichen Manifestationen.

Gerade in seinen ungegenständlichen Skulpturen und ganz besonders mit seinen Reliefs findet Heinz Mack zu seiner spezifischen Gestaltung von Licht. Dabei arbeitet er nicht nur mit dem Kontrast von Schatten und Beleuchtung, sondern durch den Einsatz unterschiedlicher, vor allem glänzender Materialien an der Wirkweise des Lichtes.

In den späten 1950er Jahren beginnt Mack seine Arbeit am Relief, das er seitdem in den unterschiedlichsten Materialien und Techniken umsetzt. Dabei reichen die Werke vom kleinen, handlichen Format bis zu ausgedehnten Feldern, die er in den Sand der Wüste zeichnet. Heinz Mack ist damit einer der Protagonisten der „Land Art“, die sich seit dem Ende der 1960er Jahre als Reaktion auf die Ausweitung unseres Horizontes durch die Raumfahrt etabliert hat.

Durch die plastische Struktur seiner Oberflächen und die unterschiedliche „Lichthaftigkeit“ der gewählten Materialien wird das einfallende Licht reflektiert, absorbiert und gestreut. So entstehen Strukturen von überzeugender Klarheit und überraschender Lebendigkeit. Die Ausstellung zeigt Werke aller Schaffensphasen des Künstlers und wurde in enger Zusammenarbeit mit Heinz Mack entwickelt.

ANDREAS GURSKY

3. Oktober 2015 – 24. Januar 2016

 

Andreas Gursky (*1955) ist einer der weltweit bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen. Mittels Farbfotografie eröffnet er intensive Bildwelten, die häufig durch digitale Bearbeitung weiter präzisiert und arrangiert werden.

Gurskys Werke sind dabei auch immer bildhaft gewordene Zeugen seiner über Jahrzehnte fortgesetzten Reisen um die Welt. Von antiken Stätten über aktuelle Schauplätze gesellschaftlicher und politischer Brennpunkte bis hin zu fiktiv arrangierten Phantasiewelten, stets erweisen sich seine Bilder als gefühlvolle und nachdenkliche Reflexionen über unseren Zeitgeist und über den Status unserer Welt: Kairo und die Cheops-Pyramide, untergehende Inselwelten vor Dubai, Prada-Shops und Rennstrecken, Produktionsbetriebe und Müllhalden, Massenspektakel in Berlin und im nordkoreanischen Pjöngjang, die Börsen in Chicago und Kuwait, Museen als Orte der Besinnung und Comic-Superhelden zur Vorstellung zukünftiger Welten.
 
Die Ausstellung im Museum Frieder Burda versammelt ältere ikonische Werke von Andreas Gursky bis hin zu seinen jüngsten und teils noch nicht veröffentlichten Bilderfindungen. Dem Besucher eröffnet sich mit dieser Präsentation ein bilderreiches Panorama, das einerseits unsere komplexe Wirklichkeit präzise analysiert und das anderseits eine große Lust am Betrachten und Entdecken von Bildern formuliert. Die Ausstellung, kuratiert von Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie Berlin, entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler.