Über 1,6 Millionen Menschen im Bauwerk von Richard Meier
Museum Frieder Burda in Baden-Baden erweist sich als starker Besuchermagnet
Baden-Baden. Als starker Besuchermagnet für Baden-Baden erweist sich das Museum Frieder Burda, das der New Yorker Architekt Richard Meier geplant hat. Seit der Eröffnung im Oktober 2004 besuchten über 1,6 Millionen Kunstinteressierte das Museum.
Lichtdurchflutet liegt das schneeweiße Bauwerk an der weltberühmten Lichtentaler Allee als direkter Nachbar der vor 100 Jahren erbauten Staatlichen Kunsthalle. Erstmals in Deutschland verbinden sich hier staatlicher Kulturauftrag und privates Kulturengagement in dieser einzigartigen Form. Das Wechselspiel der Blickachsen von der Natur zur Kunst und aus dem Museum zurück in die Lichtentaler Allee übt eine große Faszination aus. Das Museum ist in New York mit dem amerikanischen Architekturpreis „New York Chapter Design Award“ ausgezeichnet worden. Dieser bedeutende Preis des American Institute of Architects (AIA) würdigt das „exzellente Design und die erstklassige Ausführung“ des Bauwerkes in Baden-Baden.
Nicht weniger attraktiv als die Architektur ist das Ausstellungsprogramm des jungen Museumshauses. Matta und Nolde. Bis 2. Juni 2013 steht im Museum Frieder Burda der chilenische Maler Roberto Matta im Zentrum einer Einzelschau. Die große Sommerausstellung ist dem expressionistischen Maler Emil Nolde gewidmet. Seine farbintensiven Gemälde sind vom 15. Juni bis 13. Oktober 2013 unter dem Titel „Emil Nolde. Die Pracht der Farben“ zu sehen.
Vom 26. Oktober 2013 bis 16. Februar 2014 werden Arbeiten des Künstlers
Franz Gertsch gezeigt.
Klare Struktur für den Museumsbau
Richard Meier, der unter anderem mit dem Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt, dem Getty Center in Los Angeles und dem Museum für Zeitgenössische Kunst in Barcelona bereits mehrere vielbeachtete Museumsbauten errichtet hat, vergleicht den Bau mit einer „großen Villa“. Für den Architekten entstand an der berühmten Baden-Badener Lichtentaler Allee ein „Juwel im Park“. Das Museum besticht durch seine klare Struktur sowie den Einsatz von Licht und Glas.
Es eröffnet sich eine wechselweise Beziehung von innen nach außen, von der Kunst in die Natur und von der grünen Allee hinein in die Welt der Kunst. So entstand ein sehr anspruchsvolles „Tageslichtmuseum“.
Meier: „Licht ist hier das wichtigste Baumaterial, ihm kommt eine Schlüsselfunktion zu. Das Licht, das die Stadt Baden-Baden und die Lichtentaler Allee beleuchtet, ist von hoher Qualität und Klarheit; es wird nun auch die Innenräume des Museums durchfluten. Damit hat der Besucher die Möglichkeit, die Kunstwerke in dem gleichen natürlichen Licht zu betrachten, in dem die meisten Künstler sie auch geschaffen haben.
Die Sammlung Frieder Burda entfaltet in ihrer Idee und materiellen Umsetzung eine besondere Ausstrahlung, nicht zuletzt deshalb, weil Raum- und Kunsterfahrung an diesem Ort in besonderer Qualität zusammen wirken.“
Richard Meier ist bekannt für seinen meisterhaften Umgang mit Bauwerken in sensibler Umgebung. Meier: „Der Bau entwickelt sich harmonisch entlang der Lichtentaler Allee. Damit entsteht ein einheitliches Ensemble mit der Kunsthalle.“ Die Außenfassade mit den pulverbeschichteten Aluminiumplatten (75 x 120 Zentimeter) ist in leicht gebrochenem Weiß gehalten – der typischen Farbe für Bauwerke von Richard Meier. Der Bau wirkt nach Einschätzung Meiers „sehr offen, sehr transparent und leicht.“ Frieder Burda über Richard Meier: „Richard Meier ist einer der großen Architekten unserer Zeit, und sein antimonumentaler Stil hat mir immer sehr imponiert. Die Leichtigkeit, die sein Werk auszeichnet, ist in Baden-Baden besonders auffällig.“
Stiftung Frieder Burda trägt alle Kosten
Bauherr ist die Stiftung Frieder Burda, die 1998 vom Baden-Badener Kunstmäzen gegründet wurde. Wichtigstes Ziel der Stiftung ist es, die international renommierte Sammlung auf Dauer der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Kosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro wurden in vollem Umfang von der Stiftung Frieder Burda getragen. Öffentliche Mittel kamen nicht zum Einsatz. Dies gilt auch für den laufenden Betrieb des Museums.
Der Stifter Frieder Burda betont, dass er kein Museum auf Zeit wolle. „Vor mehr als 100 Jahren hatte Baden-Baden das Attribut der „Sommerhauptstadt Europas“. Heute möchte ich, dass mein Museum ein Kunstzentrum ist, das möglichst viele Menschen erfreut und an die Kunst heranführt.“
Werkkomplex des späten Picasso
Die Sammlung Frieder Burda hat ihre Wurzeln im Expressionismus und umfasst heute rund 1000 Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Schwerpunkte sind die klassische Moderne und die zeitgenössische Kunst. Die Sammlung besitzt mit insgesamt acht Werken einen überzeugenden Werkkomplex des späten Picasso.
Für den Sammler Frieder Burda stehen die Faszination und Begeisterung für Farbe und die emotionalen Ausdrucksmöglichkeiten von Malerei im Zentrum seines Interesses an Kunst. So ist eine Sammlung persönlichen Zuschnitts entstanden, die wegweisende Positionen der Malerei des 20. und 21.Jahrhunderts zusammenführt.
Amerikanische Künstler des abstrakten Expressionismus begründeten den Ruhm der New Yorker Schule. Neben Gemälden von Gottlieb, de Kooning, Pollock und Rothko enthält die Sammlung ein Hauptwerk von Clyfford Still – eine Seltenheit in der europäischen Museumslandschaft. Herausragend dokumentiert die Sammlung eine Auswahl deutscher Kunst der Nachkriegszeit.
Georg Baselitz ist ebenfalls vertreten. Von seinem frühen Weggefährten in Berlin, Eugen Schönebeck, befinden sich zwei berühmte Werke in der Sammlung. Anselm Kiefer bezieht mit dem fast sechs Meter langen Gemälde „Böhmen liegt am Meer“ Position.
Die wichtigsten und umfangreichsten Werkkomplexe bewahrt die Sammlung von Gerhard Richter, Sigmar Polke und Arnulf Rainer. Werke aus allen Lebensabschnitten vermitteln einen retrospektiven Überblick über die Künstler, die die zeitgenössische Malerei entscheidend geprägt haben.
Die private Sammlung Frieder Burda ist eine der bedeutendsten in Europa, vor allem in den vergangenen Jahren widmete sich Frieder Burda verstärkt der jungen Kunst unter anderem Neo Rauch, Uwe Kowski, Tim Eitel und Matthias Weischer. Auch Fotografien des Amerikaners Gregory Crewdson und des Deutschen Axel Hütte sowie Gemälde von Johannes Hüppi, Karin Kneffel, Susanne Kühn, Heribert Ottersbach und Eberhard Havekost sind unter den Neuankäufen.
In den vergangenen drei Jahren hat Frieder Burda rund 200 Bilder – überwiegend von jungen Künstlern – erworben. Frieder Burda: „Ich will nicht verharren, ich will mich weiterentwickeln, indem ich junge Kunst kaufe.“
Museum Frieder Burda
Lichtentaler Allee 8b, 76530 Baden-Baden
www.museum-frieder-burda.de
Tel: 07221/39898-0, Fax: 07221/39898-30
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr,
Montag geschlossen
Pressekontakt:
Horst Koppelstätter und Ute Bauermeister
Koppelstätter Kommunikation
Friedrichstr. 2, 76530 Baden-Baden
Tel: 07221/97372-0, Fax: 07221/97372-22
museum@koppelstaetter-kommunikation.de





