LEBENSLINIEN - STATIONEN EINER SAMMLUNG




18. März – 15. Mai 2011
Aus seiner inzwischen rund 1000 Kunstwerke umfassenden Sammlung trifft Frieder Burda aus Anlass seines 75. Geburtstags eine persönliche Auswahl an Exponaten. Die ausgestellten Kunstwerke stehen für besondere Schwerpunkte und wichtige Phasen im Aufbau der inzwischen international bekannten Privatsammlung von Skulpturen, Objekten und vor allem Gemälden. Ausgehend von den farbstarken Bildern des deutschen Expressionismus, die schon im Elternhaus einen prägenden Eindruck auf Frieder Burda hinterließen, baute er im Laufe der Jahre eine bedeutende Sammlung mit Kunstwerken des 20. und 21. Jahrhunderts auf. Schwerpunkte bilden hierbei der Abstrakte Amerikanische Expressionismus, das Spätwerk Pablo Picassos und schließlich die deutsche Malerei mit bedeutenden Werkgruppen von Gerhard Richter, Sigmar Polke und Georg Baselitz sowie Arnulf Rainer. Seit den 90er Jahren ist ein weiteres Sammlungsfeld hinzugekommen: die Kunst junger zeitgenössischer Künstler, die zum Teil noch am Anfang ihrer Karriere stehen, aber auch schon renommierte Maler wie Neo Rauch oder Fotografen wie Axel Hütte und Gregory Crewdson.
Die Ausstellung gewährt einen konkreten Einblick in die Sammelleidenschaft des Stifters und Mäzens Frieder Burda, und man darf gespannt sein, welche Geschichten seine ganz persönliche Auswahl dabei erzählt: So bildet die erste Station und damit eine Initialzündung für die Sammlung von Frieder Burda das monochromatische Bild „Concetto Spaziale“ (1967) von Lucio Fontana. Er hatte es 1968 auf der documenta in Kassel gesehen und anschließend erworben, womit er einen Gegenpol zu den erzählerisch-expressiven Bildern der Sammlung seines Vaters schuf. Aus dessen Sammlung erbte er eine Reihe bedeutender Gemälde deutscher Expressionisten, darunter Werke von Ernst Ludwig Kirchner und August Macke. Die Faszination der Farbe und die emotionalen Ausdrucksqualitäten von Malerei stehen für den Sammler im Zentrum seines Interesses an der Kunst.
Am Beispiel ausgewählter Bilder lassen sich weitere Lebenslinien von Frieder Burda festmachen: Das Interesse am Abstrakten Amerikanischen Expressionismus wurde bei seinen häufigen USA-Aufenthalten in den 60er und 70er Jahren geweckt und führte später zu Ankäufen wie dem Bild „No. 36 (Black Stripe)“ (1958) von Mark Rothko, Bildern von De Kooning, Clyfford Still und Jackson Pollock. Für die Nähe Frieder Burdas zu Frankreich stehen nicht zuletzt mehrere Bilder des späten Picasso in der Sammlung, die der Künstler in Mougins in Südfrankreich malte, dem Ort, an dem sich auch Frieder Burda immer wieder aufhielt. Die Kunst junger deutscher Künstler bildet die bisher letzte Station der Sammlung und steht im Zusammenhang mit der Planung eines Museums in seiner Heimat. Die Lebenslinien laufen somit in Baden-Baden zusammen. Mit dem Museumsbau Richard Meiers, der sich einerseits als weiteres Werk in die Reihe großartiger Kunst stellt, die Frieder Burda seit über 40 Jahren sammelt, wurde andererseits auch der adäquate Raum zur Bewahrung und Präsentation seiner Sammlung geschaffen.
Fotos: Steffen Harms, Darmstadt























