Die Künstler der Kaiser in Baden-Baden:
von Dürer bis Tizian, von Rubens bis Velázquez
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Meisterwerke aus den habsburgischen Sammlungen in Wien erstmals in Deutschland
Baden-Baden/Wien. Erstmals seit der Eröffnung im Jahr 2004 zeigt das Museum Frieder Burda in Baden-Baden ab Februar 2009 Alte Meister im lichtdurchfluteten, vom New Yorker Architekten Richard Meier geplanten Museumsgebäude. Unter dem Titel „Die Künstler der Kaiser: von Dürer bis Tizian, von Rubens bis Velázquez“ präsentiert das Museum Frieder Burda Meisterwerke aus den kaiserlich habsburgischen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums in Wien. Ein solcher Querschnitt, der die Habsburger Sammlerdynastie von Kaiser Maximilian I. bis Maria Theresia beleuchtet, war in Deutschland noch nie zu sehen.
Die Schau wurde vom renommierten Kunstexperten Götz Adriani in Zusammenarbeit mit den Kuratoren des Kunsthistorischen Museums eigens für das Museum Frieder Burda konzipiert. Vom 20. Februar 2009 bis zum 14. Juni 2009 werden rund 70 Gemälde, sieben großflächige Wandteppiche und rund 50 Objekte aus der Kunstkammer der Habsburger präsentiert. Unter den mehr als 40 ausgestellten Künstlern sind neben Dürer, Tizian, Rubens und Velázquez auch Veronese, Tintoretto, Adrian de Vries, Jan Brueghel, Van Dyck und Canaletto zu sehen. Die wertvollen monumentalen Wandteppiche, die Kaiser Karl VI. zu Ehren seines Ahnen Karl V. im frühen 18. Jahrhundert in Brüssel hat weben lassen, wurden in dieser Fülle noch nie in Deutschland gezeigt.
Frieder Burda: „Auf die Verbindung der Alten Meister mit der modernen lichtdurchfluteten Architektur Richard Meiers habe ich mich außerordentlich gefreut. Mich reizt dieser Gegensatz. Ich habe selbst keine alte Kunst in meiner Sammlung, bin aber schon immer fasziniert von den frühen Malern und lasse keine Gelegenheit aus, mir weltweit in Museen die Bilder dieser Künstler anzusehen. Oftmals sind diese Künstler auch Maßstab, Vorbild und Inspiration für die heutigen zeitgenössischen Maler. Entscheidend ist die Qualität, da spielt alte oder neue Malerei letztlich keine Rolle.“
Die Größten der Kunstgeschichte
Die Baden-Badener Ausstellung zeigt eine Auswahl der prachtvollen habsburgischen Kunstschätze aus dem Vierteljahrtausend von etwa 1500 bis etwa 1750. Der Kurator der Ausstellung, Götz Adriani: „Die Dynastie der Habsburger trug wesentlich dazu bei, ein europäisch-abendländisches Bewusstsein vom Mittelalter bis in die Neuzeit zu tradieren. Die Größten der Kunstgeschichte von Dürer über Tizian bis zu Rubens und Velázquez standen in Diensten der Habsburger. Als Auftraggeber, Förderer und Sammler nutzten sie ihre Vorliebe für die Künste zur Selbstdarstellung, zur Mehrung ihres Ansehens und auch zur Glorifizierung des Herrscherhauses. Weltweit war es keiner anderen Dynastie gelungen, sich über sechs Jahrhunderte an der Macht zu halten und gleichzeitig eine einzigartige Vorliebe für die Künste zu entwickeln. Ohne ihre Sammelleidenschaft wären zwei Museen von Weltrang, das Kunsthistorische Museum in Wien und der Prado in Madrid nicht denkbar.“
Ausgehend von ihren Stammlanden am Ober- und Hochrhein waren 23 Mitglieder des Hauses Habsburg Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, beziehungsweise Österreich-Ungarns. Die Ausstellung hat damit auch eine europäische Perspektive.
Wertvolles Kunstbuch Dürers erstmals in Baden-Baden
Besonderheit in Baden-Baden sind auch die kostbaren Stücke aus der kaiserlichen Kunstkammer. Diese gilt als die größte ihrer Art weltweit und umfasst Preziosen aus Gold, Silber, Glas, edlen Steinen und exotischen Materialien.
Ein weiteres Kleinod der Baden-Badener Ausstellung ist das „Kunstbuch von Nürnberg“ Albrecht Dürers, das noch nie außerhalb Wiens zu sehen war. Dieses Kunstbuch Albrecht Dürers, das zum Bestand der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums gehört, umfasst 216 Holzschnitte und Drucke von Dürer. Hinzu kommen 13 Handzeichnungen, von denen acht eigenhändig von Dürer stammen, vier werden Hans Döring zugeschrieben, eine weitere ist anonymen Ursprungs. Das in Leder gebundene Buch gelangte Mitte des 16. Jahrhunderts in die Kunstsammlung Erzherzogs Ferdinand II. (1529-1595).
Das Kunsthistorische Museum in Wien zählt wegen des unermesslichen Reichtums seiner Schätze zu den größten und bedeutendsten Museen der Welt. Wien wird in einem Atemzug mit dem Prado in Madrid, dem Louvre in Paris, den Uffizien in Florenz, der Heremitage in St.Petersburg und dem Metropolitan Museum in New York genannt. Im Jahre 1891 fand die feierliche Eröffnung des Kunsthistorischen Museums in Wien statt. Damals waren erstmals die meisten der kaiserlichen Sammlungen unter einem Dach vereint. Das monumentale Gebäude selbst entstand als Denkmal habsburgischen Mäzenatentums. Die Architekten Gottfried Semper (1803 - 1879) und Karl von Hasenauer (1833 - 1894) wählten dafür Formen der italienischen Renaissance, um im Sinne des Historismus den Bezug zu einer für die Kunst und Wissenschaften besonders bedeutsamen Epoche herzustellen.
Mit der Ausstellung „Die Künstler der Kaiser“ sind die Meisterwerke der europäischen Vergangenheit, die bis in die Gegenwart Maßstäbe setzen, nun erstmals in Deutschland im Museum Frieder Burda in Baden-Baden zu sehen.
Es erscheint ein Katalog (Herausgeber Götz Adriani, Dumont Verlag, während der Ausstellung 24,80 Euro, 336 Seiten).
Info:
„Die Künstler der Kaiser: von Dürer bis Tizian, von Rubens bis Velázquez“
(20. Februar 2009 bis 14. Juni 2009)
Baden-Baden, Februar 2009
Pressekontakt:
Horst Koppelstätter und Ute Bauermeister
Koppelstätter Kommunikation
Friedrichstr. 2, 76530 Baden-Baden
Tel: 07221/97372-0
Fax: 07221/97372-22
museum@koppelstaetter-kommunikation.de
Ausblick:
„Der Blaue Reiter“
27. Juni 2009 bis 11. Oktober 2009
„Georg Baselitz. Retrospektive“
24. Oktober 2009 bis 31. Januar 2010
Der Blaue Reiter kommt nach Baden-Baden. Das Museum Frieder Burda präsentiert in seiner großen Sommerausstellung rund 100 herausragende Werke aus der berühmten Sammlung des Lenbachhauses in München. Unter anderem sind Bilder wie Franz Marcs „Blaues Pferd I“ von 1911, Alexej von Jawlenskys „Meditation“ von 1912, Gabriele Münters „Jawlensky und Werefkin“ von 1909 oder August Mackes „Promenade“ von 1913 zu sehen.
Möglich geworden ist diese Ausstellung durch einen langjährigen engen Kontakt zwischen dem Baden-Badener Kunstsammler Frieder Burda und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München. Da das Lenbachhaus nun drei Jahre wegen Umbaus geschlossen wird, schickt Lenbachhaus-Direktor Helmut Friedel die weltberühmten Bilder nach Baden-Baden.
Vom 24. Oktober 2009 bis zum 31. Januar 2010 zeigt das Museum Frieder Burda gemeinsam mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden „Georg Baselitz. Retrospektive“ mit Gemälden und Skulpturen aus renommierten Privatsammlungen.





