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Wassily Kandinsky und Wilhelm Hüsgen (links) mit Schülerinnen der „Phalanx“-Kunstschule beim Tee

Wassily Kandinsky und Wilhelm Hüsgen (links) mit Schülerinnen der „Phalanx“-Kunstschule beim Tee,

München, 1902

 

© Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

Abdruck honorarfrei im Rahmen der Ausstellung im Museum Frieder Burda, Baden-Baden


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Münter mit Malmappe auf dem Balkon eines Hauses

Münter mit Malmappe auf dem Balkon eines Hauses,

Kochel, Sommer 1902

 

© Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

Abdruck honorarfrei im Rahmen der Ausstellung im Museum Frieder Burda, Baden-Baden


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Mitglieder des „Blauen Reiters“ auf dem Balkon der Ainmillerstraße 36: von links: Maria und Franz Marc, Bernhard Koehler, Heinrich Campendonk, Thomas von Hartmann, vorn sitzend Wassily Kandinsky

Mitglieder des „Blauen Reiters“ auf dem Balkon der Ainmillerstraße 36:

von links: Maria und Franz Marc, Bernhard Koehler, Heinrich Campendonk, Thomas von Hartmann, vorn sitzend Wassily Kandinsky,

München, 1911/12

 

© Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

Abdruck honorarfrei im Rahmen der Ausstellung im Museum Frieder Burda, Baden-Baden


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Kandinsky und Gabriele Münter (?) auf der Parkterrasse von St. Cloud

Kandinsky und Gabriele Münter (?) auf der Parkterrasse von St. Cloud,

1906/07

 

© Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

Abdruck honorarfrei im Rahmen der Ausstellung im Museum Frieder Burda, Baden-Baden


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Der Blaue Reiter im Museum Frieder Burda: Fotografien von Gabriele Münter


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Baden-Baden. In der großen Sommerausstellung „Der Blaue Reiter“ zeigt das Museum Frieder Burda neben den Werken etwa von Kandinsky und Marc auch 64 Fotografien von Gabriele Münter. Beispielsweise Bilder von Murnau und aus dem Privatleben der Mitgliedern des „Blauen Reiter“. Sie zeigen die Beziehungen und Freundschaften der Künstler untereinander, sind aber auch selbst von künstlerischem Wert. Von keiner anderen Künstlervereinigung existiert eine solch detaillierte fotografische Dokumentation. Ein unschätzbares Zeugnis der Geschichte und Entwicklung des „Blauen Reiter“.

 

Münter war Malerin und Mitglied des „Blauen Reiter“, Schülerin und Freundin Kandinskys. Im Alter von 22 Jahren bekam sie während einer Amerika-Reise 1899 eine Kodak-Kamera „Bull’s Eye No.2“ mit Rollfilm geschenkt und begann mit dem Fotografieren. Mit einer Ausbeute von über 400 Photos kehrte Münter zurück. Auch in Gabriele Münters Zusammenleben mit dem berühmten Maler Wassily Kandinsky von 1902 bis 1914 spielte die Fotografie eine erhebliche Rolle. 

 

Die schwarz-weißen Fotos zeigen die Begabung der Arzttochter für die Gliederung eines Bildes in klare, graphische Strukturen. Münter nutzte ihre Fotos zum Teil auch als detaillierte Vorlage für ihre Gemälde und Graphiken. Oft sind so dieselben Motive auf Fotografien und Gemälden oder Zeichnungen zu sehen. „Das Grandiose ist, dass Münter es als Erste begriffen hat, die Ausstellung „Der Blaue Reiter“ Wand für Wand systematisch abzufotografieren“, sagt Helmut Friedel, Direktor des Lenbachhauses in München. Ein Verfahren, das damals noch nicht üblich gewesen sei. Heute sind diese Fotos eine Dokumentation von großem Wert.

 

Münter und zum Teil auch ihr Lebensgefährte Kandinsky nutzten den Fotoapparat nicht nur für dokumentarische und künstlerische, sondern auch für private Zwecke. Dass Kandinsky eine eigene Kamera besaß – ebenfalls eine Kodak wie Münter – geht aus mehreren Briefen aus dem Jahr 1904 hervor. Unter den privaten Aufnahmen sind diejenigen, welche Münter und Kandinsky gegenseitig von sich machten besonders hervorzuheben.

 

Sie dienten nicht nur als Liebesbeweis, sondern auch der Kommunikation. Und sie sagen etwas über die Beziehung der beiden Künstler aus. Beide fotografierten sich nämlich in der gleichen Pose, beispielsweise auf dem Balkon der gemeinsamen Wohnung in der Ainmillerstraße in München. Kandinsky beeinflusste auch die Wahl von Münters Garderobe und entwarf Kleider für sie. 

Besonders eine Reise im Jahr 1904 durch Tunesien muss Münter beeindruckt haben. Sie nimmt 180 Fotos auf, offensichtlich fasziniert von den Motiven der arabischen Welt, den schmalen Gassen und Torbögen mit ihren Passanten. Auch die Tunesier gehüllt in weiße Burnusse in Ladenzonen, auf Marktplätzen oder in Cafés begeistern sie. Den Orangenverkäufern vor den Grabmonumenten und Mausoleen widmeten Münter und Kandinsky gleichermaßen ihre Aufmerksamkeit – sie mit der Kamera, er als Maler.

 

Die Fotos von Gabriele Münter sind nur selten in Ausstellungen zu sehen. Das Lenbachhaus in München besitzt aus dem Nachlass Münters 2.000 Original-Negative und Abzüge, die digitalisiert wurden und als Vorlage für die Fotos dienen. Davon sind etwa die Hälfte Fotos von Münter selbst, die amerikanischen nicht mitgerechnet. Die meisten Bilder entstanden vor 1914, nach der Trennung von Kandinsky scheint die Fotografie ihren Reiz für Münter verloren zu haben. Im Museum Frieder Burda ist eine Auswahl aus den Jahren 1902 bis 1916 ausgestellt, welche die ausgestellten Werke des Blauen Reiter perfekt ergänzen. 

 

Baden-Baden, August 2009

 

Info:

„Der Blaue Reiter“

27. Juni 2009 bis 8. November 2009