BILD DES MONATS,![]()
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Mai 2013![]()
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1998, im hohen Alter von 87 Jahren, schuf Matta (1911-2002) das großformatige Ölgemälde „Yoniverso“. In seinem Spätwerk wendet sich Matta damit wieder einer weitgehend ungegenständlichen Malerei zu, die bereits in seinen frühen Arbeiten zu Beginn der vierziger Jahre eine dominierende Rolle eingenommen hatte.
Waren es in seinen künstlerischen Anfängen mehr zerfließende, verwischte Formen, bei denen die Farbe mit großer Sensibilität auf die Leinwand aufgetragen wurde, so bestimmt jetzt ein impulsiver und expressiver Duktus den Bildeindruck. Die dünnflüssige, in mehreren Malschichten aufgetragene Ölfarbe wird nicht mehr nur mit Schwämmen zart verwischt, sondern auch mit Kraft auf die Leinwand gespritzt und gekleckst. An manchen Stellen bildet der offene Farbauftrag kreisförmige Zusammenballungen. Heftige Pinselstriche konturieren diese Konglomerate, skizzieren ringförmige Gebilde und sind wie energiegeladene, zuckende Impulse auf die Leinwand gesetzt. Auch Mattas Schuhabdrücke sind deutlich an den äußeren Randzonen des Bildes erkennbar, ihr kleinteiliges, wabenförmiges Muster trägt mit dazu bei, dass der dunkelgrundige Bildfond zu flimmern und vibrieren scheint. Insgesamt wird die Bildwirkung von größter Dynamik und Bewegung bestimmt.
Die Darstellung von pulsierender Energie, die lebhafte, sich in steter Veränderung befindliche Prozesse in Gang setzt, ist nicht nur das beherrschende Sujet dieses Gemäldes, sondern es ist auch zugleich der große, das gesamte Werk von Matta durchdringende Themenkomplex, mit dem sich Matta in sämtlichen seiner verschiedenen stilistischen Phasen immer wieder aufs Neue auseinandersetzt.
Dieses Gemälde ist Ausdruck von Mattas essentieller Grundüberzeugung, dass alle Elemente des Seins aufs Engste miteinander verwoben sind, Alles mit Allem untrennbar in Verbindung steht und zugleich einen unablässigen Transformationsprozess durchläuft. Darauf verweist auch der als Wortspiel aufgefasste Titel, der als „Ich-Universum“ übersetzt werden kann und mit dem Matta explizit auf die Korrelation von Mikro- und Makrokosmos anspielt.
Dr. Jenny Dopita
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